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Die Synode von 590 n. Chr. und die Serenissima

Nach den Römern

Nach dem römischen Zeitalter, im Hochmittelalter, war Marano ein Grenzgebiet, das zwischen den langobardischen und byzantinischen Besitztümern lag. Wir wissen nur wenig über diese Territorien und der Siedlungsdynamiken dieser Epoche. Sicher ist, dass die Kultur, im Vergleich zum Rest der Region, besondere Merkmale aufweist. In der Tat deuten einerseits klare Aussagen darauf hin, dass die Lagune, ebenso wie das „Castrum“ von Grado und anderen Küstengebieten, unter byzantinische Herrschaft fiel, andererseits beziehen sich einige Objekte auf die Kultur der Langobarden, deren Herzogtum sich auf einen Großteil der Region Friaul erstreckte, was wahrscheinlich auch Marano selbst mit einbezog. Ohne Zweifel musste das Einwohnerzentrum zu dieser Zeit von gewisser Bedeutung gewesen sein, wenn – wie der Historiker Paolo Diacono in der Historia Langobardorum berichtet – es in den Jahren 590-591 n. Chr. den Patriarchen von Aquileia und verschiedene Bischöfe, anlässlich einer berühmten Synode, die zum Bruch der Beziehungen mit dem Papst führte (Dreikapitelstreit), begrüßt hatte. Wenn auch die Archäologie in Marano nur sporadische, frühmittelalterliche Artefakte aufweist, gibt es in der Lagune, nach dem römischen Zeitalter, zahlreiche Anzeichen auf eine Beständigkeit der Frequentation. In Bioni stößt man auf ein Begräbnis, in welchem das Skelett einem Ritter zu gehören scheint, der durch den Hieb einer Klinge, die wahrscheinlich einem Sax/Scramasax, einer typischen, langobardischen Waffe angehörte, getötet wurde.
Auf der Insel Sant’Andrea bezeugen Gebäudereste die Existenz einer religiösen Kultstätte, die vermutlich mit dem Kloster identifiziert werden kann und im Chronicon Gradense als Stiftung des Patriarchen Elia von Grado, Ende des VI. Jahrhunderts, erwähnt wird

Die Festungsstadt

Im XI. Jahrhundert nutzte der patriarchalische Staat Aquileia, einschließlich des Potentials von Marano, dessen strategischen Qualitäten und schuf einen wichtigen Zugang zum Meer. So kam es, dass im Jahr 1031 der Patriarch Popone, der die Zuständigkeit für dieses Gebiet, einschließlich der Lagune, erhalten hatte, eine Festung zum Schutz der Stadt errichtet.

Für das Patriarchat stellte die Festung von Marano ein Bollwerk zum Schutz vor Feinden, die vom Meer aus kamen, dar; insbesondere der Venezianer, die auf die Vorherrschaft über die Obere Adria abzielten.
Die Dokumente und Anlagen des XVI. Jahrhunderts ermöglichen es uns, einige Aspekte der Stadtfestung zu erfahren, die damals von Österreichern und Venezianern aufgrund ihres strategischen Wertes, bestritten wurde. Die, von Wasser umgebene Festung, sah wie eine uneinnehmbare Insel aus. Dort lebten nicht mehr als 600 bis 700 Bürger, während die Garnison, je nach militärischem Bedarf, zwischen 100 und 400 Mann zählte. Sie wurde von den Österreichern als „eine der stärksten Festungen Italiens angesehen und so nah an Venedig, dass man innerhalb von sechs Stunden von einem Ort zum anderen gelangen konnte“.
Ende des XVIII. Jahrhunderts, als die Republik Venedig fiel, begann der Untergang der Festung, da der umliegende Kanal nicht gewartet und gepflegt wurde. Die ungesunde Umgebung, die das Auftreten von Epidemien begünstigte, hat im Jahr 1890 deren Ende verhängt, als die Mauern, die die Belüftung im Innern verhinderten, niedergerissen wurden.

Zwischen Kriegen, Belagerungen und Verwüstung

Die komplizierte maranesische Geschichte im Mittelalter sah bis zum Jahr 1543, als die Festung endgültig wieder in die venezianischen Besitztümer zurückkehrte, einer unglaublichen Abfolge von Kriegen, erbitterten Kämpfen, harten und lang anhaltenden Belagerungen, Besetzungen, Verwüstungen entgegen…

Die Ereignisse des XIII. Jahrhunderts wurden von den Zusammenstößen zwischen der Grafschaft von Gorizia und dem Patriarchat von Aquileia, auf Grund der Eroberung des wichtigen, strategischen Zentrums an der Lagunengrenze, geprägt. Am Ende des Jahrhunderts und im gesamten XIV. Jahrhundert erlitt Marano ständige Angriffe vom Meer aus und Plünderung vonseiten der Venezianer. Marano wurde zum Anlaufpunkt für den Versorgungsnachschub der genuesischen Galeeren im „Krieg von Chioggia“ (1378-1381), der zwischen Venedig und Genua um die Kontrolle der Adria, erbittert ausgekämpft wurde.

Zwischen dem XV. und XVI. Jahrhundert wurde auf der Festung ein Bataillon von Armbrustschützen stationiert, um sich gegen die Einfälle der Türken zu verteidigen, die von Illyrien über die Alpenübergänge in Friaul einfielen. In dieser Epoche, die außerdem von langen Auseinandersetzungen zwischen Österreichern und Venezianern charakterisiert war, stellte sie ein wichtiges Bollwerk gegen die Angriffe vom Meer aus, dar: „… die dritte Festung der Serenissima, im Land von Friaul mit Venzone und Monfalcone, ist Marano, das über dem Meer liegt. Es besitzt einen sehr großen Hafen für jegliche Armee, aber kein Territorium im Land, weil diese vom Erzherzog von Österreich mit Recht besetzt wird…” (1578).

Die Archäologie erzählt wenig von all diesen schweren Kriegsereignissen. Bedeutende Beweise von diesen sind einige Schwerter, die wahrscheinlich von den Wracks der Kriegsschiffe stammen, die zu mittelalterlichen Zeiten die Gewässer vor der Lagune kreuzten.

Das tägliche Leben zwischen dem XVII. und XIX. Jahrhundert

Obwohl Marano „von außen“ als eine der wichtigsten Festungen der oberen Adria angesehen wurde, verlief das Leben der Bevölkerung hinter den Mauern auf einfache, vom Festland isolierte Weise und basierte sich fast ausschließlich auf die Fischressourcen. Alles spielte sich innerhalb der Mauern ab, „innerhalb des antiken Kreises“: Zeremonien, Handel, Elend, Krankheit, Tod.…

Zwischen dem XVIII. und Mitte des XIX. Jahrhunderts lebten hier von 400 bis 700 Menschen, wobei sich die Zahlen nicht nur aufgrund wirtschaftlicher und sozialer Faktoren änderten, sondern vor allem aufgrund von Hungersnöten und schrecklichen Epidemien (Cholera, Pocken, Typhus, Malaria), die durch sehr schlechte, hygienische Bedingungen, verursacht wurden. Ende des XIX. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl, aufgrund eines deutlichen, demografischen Zuwachses, auf 1000 Personen an, nachdem viele Krankheiten ausgerottet und die Nahrungsmittelknappheit nachgelassen hatte. Die Ausübung der Fischerei ließ den Bewohnern praktisch keinen Raum für andere Tätigkeiten; dies wurde von einer, von Venedig erlassenen Anordnung festgesetzt, die die Ausbeutung der Lagunengewässer regelte. In diesen Gewässern setzten die Bewohner von Marano ihre Fischerboote aus, ohne aufs offene Meer zu fahren. Ihr Arbeitsrhythmus war von jahreszeitlichen und klimatischen Schwankungen geprägt, sodass sie im Sommer dazu gezwungen waren, in den „Casoni“ (Fischerhäusern) auf den Inseln zu bleiben und somit lang von zu Hause fern blieben.
Die Serenissima kontrollierte auch die Vermarktung der Fänge streng. Eine Rechtsverordnung verbot die Haltbarmachung von Fisch durch Einsalzen mit dem Salz aus den lokalen Salinen und genehmigte ausschließlich die Vermarktung von frischem Fisch.