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Die „Casoni“

Die ``Casoni``

Text: Luca Troian.

Das Fischerhaus „Casone“ von Marano ist das Symbolgebäude der Lagune. Man kann es als eine Art Hütte bezeichnen, die für Friaul-Julisch-Venetien und Venetien charakteristisch ist und in der Lagune von Marano, im Gegensatz zu anderen Orten, traditionsgetreu erhalten wurde. Es handelt sich hierbei um rechteckige Hütten mit abgeschrägten Ecken sowohl im Umfang, als auch auf dem Dach, das mit Schilfrohr abgedeckt ist, das reichlich in der Lagune von Marano wächst. Die Materialien, aus denen die „Casoni“ bestehen, sind die, welche die Natur und der Gemeingebrauch bieten; daher sind seit jeher das Schilfrohr, das in der Umgebung der „Casoni“ leicht zu finden ist, Holz der Robinien, Ulmen und Akazien, die zusammen die Tragstruktur bildeten, leicht auffindbar. Das Fischerhaus „Casone“ von Marano wird seit jeher auf einer, als „mota“ bezeichneten, künstlichen Schlammauflage gebaut. Mit einer Schaufel wird der Schlamm aus dem nahe gelegenen Kanal entnommen und dessen Perimeter wird mit Steinen oder Stangen bedeckt.

Das Fischerhaus „Casone“ von Marano unterscheidet sich von dem „Casone“ von Grado dadurch, dass es eine mehr traditionelle Form und Materialienanwendung beibehalten hat; daher finden wir keine technologisch – historischen Entwicklungen, die die Außenmauern zuerst mit ungebrannten Lehmziegeln, dann Backsteinen und später Steinen in den Außenmauern, verändert haben. Wir sehen uns also mit einer Reihe von Gebäuden konfrontiert, deren Ursprünge in der Geschichte verloren gehen und deren Schicksal, mit dem der Bauwerke von Marano, verflochten ist.
Ursprünglich wurde das Fischerhaus „Casone“ von Marano das ganze Jahr über, mit Ausnahme der strengsten Wintermonate, von Jägern und Fischern als Unterkunft genutzt. Aus diesem Grund kann man den „Casone“ weder als vergängliche, noch als temporäre Architektur betrachten. Die „mota“ selbst wurde so hoch wie möglich errichtet, um ausreichend Schutz vor außergewöhnlichen Gezeiten zu gewährleisten, die die gesamte Lagune und somit den beständigen Gebäudekomfort, überfluten.

Das Gebäude war von einem engen Innenraum, einem festgestampften, oder aus Ton bestehenden Boden und einer einzigen Öffnung, der Tür, charakterisiert, während im Inneren eine Feuerstelle in der Raummitte („el fugher„) und Schlafplätze vorhanden waren. Der „Casone“ von Marano, der, was den Fischfang angeht, unnötig geworden war, wurde Ende der 60er Jahre wiederentdeckt. Das Fischerhaus wird seit etwa 60 Jahren, als „gute maranesische Unterkunft“ als Wochenenddomizil genutzt und dient als Arbeitsplatz für die maranesischen Reiseveranstalter.

Die auffälligsten Überarbeitungen am „Casone“ sind dessen Erhöhung und das Einsetzen von Fenstern und Kaminen. Weitere Innovationen bezüglich der Verwendungsart der Materialien und der Bautechnik sind hinzugekommen – nicht zuletzt aus der Ungewissheit heraus, ob das Schilf geschnitten werden konnte. Der „Casone“ ist ein Bauwerk, das ständig gewartet werden muss, von der „mota“ bis zu den Wellenbrechern, vom Rasen, der gemäht werden muss, den Obstbäumen, den Nebengebäuden, der Bootsanlegestelle, der Dächer und der Außenbeschichtung aus Schilfrohr, die etwa alle vier bis fünf Jahre (in einigen Fällen kann dies aber auch nach einem Jahr erforderlich sein), ersetzt werden muss. Aus diesem Grund ist es eine kontinuierliche Aufgabe, sich um den „Casone“, der einen unermüdlichen und flexiblen Einsatz erfordert, zu sorgen. Die Pflege eines Fischerhauses („Casone“) ist so ähnlich, wie sich täglich um einen japanischen Bonsai zu kümmern.
Der maranesische „Casone“ ist ein Beispiel der Wahrung der architektonischen Tradition, sowie der Natur; eine Hälfte ist in das regionale Naturreservat der Flussmündungen „Foci dello Stella“ eingegliedert, Schutzgebiet, das von den Jägern selbst, gefördert wurde. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass die „Casoni“ vor der Entstehung des Naturreservats dort bereits vorhanden waren und dass die Sensibilität der „Casoni-Bewohner“ die Erhaltung und Förderung eines Gebiets, mit einzigartiger, biologischer Vielfalt ermöglicht hat, obwohl dieses täglich mit dem Menschen in Verbindung steht.